Volkslieder, Kinderlieder
Frühlingslieder

mit Noten, Liedtext und Melodie als MP3

Der Wechsel der vier Jahreszeiten schenkt unserem Leben ständig eine Fülle von Veränderungen, die an Sinnlichkeit nichts vermissen lassen. Die Natur mit all ihren unsäglich vielen Farben und Düften, Temperaturschwankungen, Wolkengebilden, Kleinklima oder Wetterkapriolen lassen uns diesen Wechsel als abwechslungsreich erleben.

Einer dieser Jahreszeiten ist der Frühling, poetisch auch Lenz genannt. Kennzeichnend in unseren westlichen Breitengraden ist die erwachende Natur, die nach dem Winter unbändige Lust auf Wachsen und Gedeihen zeigt.

Da die Erde sowohl aus einer eine Nordhalbkugel wie auch aus einer Südhalbkugel besteht, wird deshalb auch zwischen Nordfrühling und Südfrühling unterschieden. Die kosmischen Bewegungen von Sonne und Erde und der damit zusammenhängende Sonnenstand folgen einem zuverlässigen Rhythmus, der sich jeweils mit dem Herbst auf der gegenüberliegenden Seite der Erde abwechselt.

Der astronomische Frühling, der sich auf die Planetenkonstellation und den Sonnenstand bezieht, beginnt auf der Nordhalbkugel am 19. oder 20. März. Wir Menschen verspüren ihn auf unserer biologischen Ebene jedoch schon früher. Anfang März erfühlen wir fein: Der Frühling naht in schnellen Schritten. Meteorologisch wird dieses Gefühl durch das wärmende Sonnenlicht bestätigt. Doch das Wetter ist durch den Klimawandel trügerischer denn je geworden. So kommen ungewöhnliche Wärmeperioden in neuerer Zeit auch schon einmal früher im Jahr vor. Oder manch ein später Winter kann sich länger hinausziehen, als es statistisch der Normalfall ist.

Doch nicht nur allein das Wetter beflügelt dabei unser Frühlings-Empfinden. An unseren Gefühlen werden nach und nach immer mehr unserer Sinne beteiligt, wenn die Natur sich auf die nächste Jahreszeit einstellt. Es beginnt mit dem ersten Erblühen unterschiedlicher Pflanzen. Mal scheu, mal klein, mal noch aus der letzten Schneedecke heraus schauend sehnen sich die Blumen, Bäume, Sträucher und Büche nach Sonne und Wärme.

Vom Vorfrühling zum Vollfrühling

Die Zeit des Vorfrühlings steht bereits in den Startlöchern. Erste robustere Pflanzen, die noch gelegentlichen Nachtfrost ertragen können, werden ins Frühbeet der Gärtner gesetzt oder kommen nun zur Aussaat. Das Keimen braucht seine Zeit und Geduld ist nun angesagt.

Ist genug Wärme vorhanden, erblühen die Obstbäume nach und nach. Wenn die Apfelbäume mit ihrem Blütekleid die Obstwiesen verzaubern, spricht man vom Vollfrühling. Drei Monate lang schmückt sich die Natur nun in ein bunt florales Blütenkleid und lockt mit feinen Düften Bienen und Insekten zu den Blüten hin. Denn was wären die Blüten ohne Bestäubung? Es gäb keine Früchte, die uns im Spätsommer oder im Herbst munden würden und unser Speiseplan in Sachen Obst oder Gemüse würde mager ausfallen. Farbvielfalt und Farbkompositionen des Frühlings machen staunen, wenn man sich diesem Augenschmaus bewusst hingibt. Die Natur zeigt sich uns in Üppigkeit ihren Variantenreichtum und berührt Herz und Sinne.

Doch auch der menschliche Körper stellt sich um. Wer kennt nicht die Frühlingsgefühle, die Verliebte besonders intensiv spüren. Der Hormonhaushalt bei uns Menschen verändert sich ebenfalls, wie auch der Säftekreislauf in der Natur, die jetzt mit einem mächtigen Wachstumsschub ihr neues Jahr beginnt.

Doch was passiert genau? Das Frühlingslicht bewirkt eine vermehrte Ausschüttung von Hormone die uns beflügeln und in eine schöne und leichte Euphorie versetzen. Da verwundert es wenig, wenn nun auch Menschen wieder vermehrt nach einem Partner Ausschau halten, um die schönen Seiten des Lebens gemeinsam zu genießen.

Der Winter und sein ganz anderer Einfluss auf die menschliche Biologie haben einen hohen Melatonin-Anteil in unserem Körper erzeugt, der uns im Frühling nun zu schaffen machen kann. Dieses Schlafhormon war für die Winterszeit wichtig und richtig. Doch nicht jeder schafft es, diese hormonelle Umstellung binnen weniger Wochen im Körper zu vollziehen. Was dann folgt, ist die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit, die durchaus aber auch flankierend mit den Frühlingsgefühlen einhergehen kann.

Der Frühling und seine belebenden Lieder

Die Menschen früherer Zeiten waren oft enger mit der Natur und ihren Abläufen verbunden als wir. Sie lebten in und mit ihr und hatten keine technischen Geräte, die zu jederzeit Licht und Wärme auf Knopfdruck erzeugen konnten. Sie waren darauf angewiesen, die geheimen Rhythmen der Natur zu entschlüsseln und kennenzulernen, die Boden und Licht, Wind und Wetter, Sonne und Mond, Kälte und Wärme miteinander eingingen. Von der genauen Kenntnis einer Zeitqualität hing es ab, ob die Saat zu früh, zu spät oder genau zum richtigen Zeitpunkt in die Erde gebracht wurde. Die Ernte zeigte dann in ihrem Ergebnis, ob dieses uralte Wissens um die Bodenbearbeitung, das Wachstum der Pflanzen und ihren Bedürfnissen im Zusammenhang mit den Jahreszeiten richtig angewandt wurde.

In fernen Zeiten wurde dieses Wissen in Verbindung mit Götterwelten interpretiert, an die die Menschen glaubten. Das führte unter anderem dazu, dass sich eine Vielzahl von Kulten und rituellen Festen um den Frühling herum entwickelten. Eine jede Volksgruppe hatte da ihre Besonderheit. Einheitliches vor allem war im Austreiben des Winters zu finden.

Das christliche Osterfest, das auch im Frühling gefeiert wird, hat viele Elemente, die auch das Wiedererwachen der Natur symbolisieren. Wir brauchen uns nur an die Osterzweige erinnern oder die Ostereier, die der Osterhase bringt, die auch in Liedern wie Ostern – Die Glocken gehen bim bam bum besungen.

Ein weiteres Frühlingsfest, das in manchen Gegenden noch stark gefeiert wird, ist die Walpurgisnacht. Jede Kultur hat ihre eigenen Riten, wie sie die erwachende Kraft des Frühlings feiert und begrüßt.

Frühlingsgedichte und Frühlingslieder sind uns aus allen Kulturen, die diese Jahreszeiten kennen, bekannt. Sie bringen die innere Stimmung des Menschen lyrisch und musikalisch zum Ausdruck und zeigen, wie sehr unser Herz und unsere Sinne von dieser schönen Jahreszeit bewegt und beeinflusst werden. Besonders die Lieder Geh aus mein Herz und suche Freud oder Brüder, seht, der Schnee zerrinnt sowie Die Luft ist blau und auch Mozarts Frühlingslied Komm, lieber Mai, und machezeigen in ihrer Freude und Eindringlichkeit, wie sehr wir Menschen den Frühling begrüßen und genießen können.

Doch kaum hat man sich während der drei zauberhaften Blüten- und Duftmonate an die schöne Frühlingszeit gewöhnt, dann heißt es schon wieder: Abschied nehmen! Der Sommer naht. Am 21. Juni wird Sommersonnwende gefeiert. Dann sagen wir: Frühling ade! Bald kommt die Hitze und die Natur hat Lust und Laune auf eine weitere Veränderung.