Bald ist der Frühling da!

(Trarira! Bald ist der Frühling da!)

Hoffmann von Fallersleben

Musiknoten zum Lied Bald ist der Frühling da!

Liedtext

Tra-ri-ra!
Bald ist der Frühling da!
Bald werden grün die Felder,
Die Wiesen und die Wälder.
Tra-ri-ra!
Bald ist der Frühling da!

Tra-ri-re!
Schon schmilzet Eis und Schnee:
Die Quellen rauschen wieder
Von allen Bergen nieder.
Tra-ri-re!
Schon schmilzet Eis und Schnee.

Tra-ri-ro!
Jetzt sind wir wieder froh!
Ja, Trost für lange Plage
Verleih'n die längern Tage.
Tra-ri-ro!
Jetzt sind wir wieder froh!

Tra-ri-ru!
Du lieber Frühling du,
Laß uns nicht länger warten!
Komm bald in Feld und Garten!
Tra-ri-ru!
Du lieber Frühling du!

Den Text von Trarira, bald ist der Frühling da dichtete August Heinrich Hoffman von Fallersleben (1798 - 1884), der Schöpfer des Deutschlandlieds, 1845 auf eine alte Volksweise. Dabei ließ er sich zum einen durch das erstmals 1778 veröffentlichte Sommerlied Trariro, der Sommer der ist do inspirieren. Zum anderen griff er das Lied auf A, a, a, der Winter, der ist da auf. In diesem Winterlied, das bei Wikipedia und in einigen Liederbüchern ebenfalls Hoffmann von Fallersleben zugeschrieben wird, beginnen die einzelnen Strophen jeweils mit einem Vokal. In unserem Frühlingslied fehlt allerdings eine Strophe mit dem Vokal "i". Ob dieser Text im Laufe des 19. Jahrhunderts verloren gegangen ist oder ob dem Dichter kein passender Reim dazu eingefallen ist, muss hier offen bleiben.

Die erste Zeile des Frühlingslieds beginnt wie das Blasen eines alten Posthorns, mit dem der Postillion das Ankommen der Postkutsche ankündigte: Trara, die Post ist da (s. auch Hoch auf dem gelben Wagen: "lustig schmettert das Horn"), hier in der Variante "Trarira".

Mit dem Lied wird der Frühling herbeigewünscht und die Auswirkungen des nahenden Frühlings beschrieben (vgl. auch Der Frühling hat sich eingestellt). Wiesen und Felder erwachen aus dem Winterschlaf, die Blumen sprießen und die Bäume werden grün, Eis und Schnee schmelzen und bringen den Pflanzen das nötige Wasser zum Wachsen und Gedeihen. Und in den Bergen sorgt die Schneeschmelze dafür, dass die Rinnsale der Quellen sich wieder in rauschende Bäche verwandeln.

Bei den Menschen stellt sich Frohsinn ein, der Winter mit seiner Kälte und den Entbehrungen, die früher manche Winterszeit mit sich brachte, sind vorbei. Nun freuen sich die Menschen darauf, dass die Tage länger hell bleiben und - ohne dass es im Lied explizit ausgedrückt wird - es langsam wärmer wird.

In der vierten und letzten Strophe wird der Frühling direkt angesprochen und wie ein Freund oder guter Bekannter geduzt. Man sagt ihm, dass er sehnsüchtig erwartet wird, weil durch ihn die Pflanzen in Feldern und Gärten besser gedeihen.

Im Gegensatz zu anderen Frühlingsliedern, wie z.B. Der Mai ist gekommen oder Alle Vögel sind schon da, ist Trarira, bald ist der Frühling da nur in wenigen Liederbüchern vertreten und nur auf wenigen Tonträgern zu hören.

Georg Nagel, 29.03.2018