Am Brunnen vor dem Tore

Wilhelm Müller (1822)

Das 1822 von Wilhelm Müller geschriebene Gedicht vertonte 1827 Franz Schubert. Doch erst die spätere volksliedhafte Bearbeitung durch Friedrich Silcher entfachte die große Begeisterung, die Am Brunnen vor dem Tore zu einem der bekanntesten und beliebstesten deutschen Volkslieder machte.

Musiknoten zum Lied Am Brunnen vor dem Tore

Liedtext

Am Brunnen vor dem Tore da steht ein Lindenbaum,
ich träumt in seinem Schatten so manchen süßen Traum.
Ich schnitt in seine Rinde so manches liebe Wort.
Es zog in Freud und Leide zu ihm mich immerfort,
zu ihm mich immerfort.

Ich mußt' auch heute wandern vorbei in tiefer Nacht,
da hab' ich noch im Dunkeln die Augen zugemacht.
Und seine Zweige rauschten, als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle, hier find'st du deine Ruh!

Die kalten Winde bliesen mir grad ins Angesicht,
der Hut flog mir vom Kopfe, ich wendete mich nicht.
Nun bin ich manche Stunde entfernt von jenem Ort,
und immer hör ich's rauschen: du fändest Ruhe dort!