Wie schön blüht uns der Maien

Max Pohl (1549/ 1911-12)

Der Text "Wie schön blüht uns der Maien" wurde von Max Pohl nach einer Vorlage vaus dem Jahr 1549 gekürzt und überarbeit und 1911/12 im Lautstand modernisiert. Auch die ursprüngliche Melodie, die seit 1602 bekannt war, wurde von Pohl modernisiert und zu der vorliegenden Melodie zusammengeführt. Durch den Zupfgeigenhansl und andere Wandelvogelliederbücher erlangte das Lied so Anfang des 20. Jahrhundert in der neuen Fassung eine erneute Verbreitung und Popularität.

Musiknoten zum Lied Wie schön blüht uns der Maien

Liedtext

Wie schön blüht uns der Maien,
der Winter fährt dahin.
Mir ist ein schöns Jungfräulein
gefallen in meinen Sinn.
Bei ihr, da wär ich wohl,
wenn ich nur an sie denke,
mein Herz ist freudenvoll.

Wenn ich des Nachts lieg schlafen,
mein Feinslieb kommt mir für.
Wenn ich alsdann erwache,
bei mir ich niemands spür!
Bringt meinem Herzen Pein!
Wöllt Gott, ich sollt ihr dienen,
wie möcht mir baß gesein.

Bei ihr, da wär ich gerne,
bei ihr, da wärs mir wohl.
Sie ist mein Morgensterne,
strahlt mir ins Herz so voll.
Sie hat einen roten Mund,
sollt ich sie drauf küssen,
mein Herz würd mir gesund.

Wollt Gott, ich fänd im Garten
drei Rosen auf einem Zweig.
Ich wollte auf sie warten,
ein Zeichen wär mir's gleich.
Das Morgenrot ist weit,
es streut schon seine Rosen:
Ade, du schöne Maid.

Ich werfe Rosenblätter
in Liebchens Fenster ein.
Ei, schlafe oder wache,
ich möchte bei dir sein!
Das Fensterlein steht auf
wie bei dem Vogelbauer,
Ich wage mich nicht hinauf.

Der Liebsten sollt ich klagen
mein Leid zu dieser Stund,
so hab ich’s nicht am Tage:
Noch spar dich Gott gesund!
Ade zur guten Nacht
sei dir, schöns Lieb gesungen,
aus gutem Mut bedacht!