Wer weiß, ob wir uns wiedersehn!

(Wie ist die Trennung doch so schwer)

Volkslied

Musiknoten zum Lied Wer weiß, ob wir uns wiedersehn!

Liedtext

Wie ist die Trennung doch so schwer,
sie bringt oft Gram und Leid.
Der Abschied drückt aufs Herz so schwer,
hin ist die frohe Zeit.
Das Schicksal treibt von Ort zu Ort
den einen hie, den andern dort,
und mancher ruft zur Heimat schön:
|: "Wer weiß, ob wir uns wiedersehn!" :|

Zwei Freunde stehen Hand in Hand
und nehmen Abschied still;
sie ziehen in ein fremdes Land,
so weit das Schicksal will.
Sie ziehn betrübt und traurig fort,
noch unbestimmt an welchen Ort;
doch denken beide, eh' sie gehn:
|: "Wer weiß, ob wir uns wiedersehn!" :|

Der Sohn ergreift den Wanderstab:
"Lebt wohl, ihr Eltern beid'!
Wenn ich nur euren Segen hab',
hab' ich ein gut Geleit!"
Dann zieht er still zur Stadt hinaus,
schaut noch einmal das Elternhaus;
doch vor dem Tore bleibt er stehn:
|: "Wer weiß, ob wir uns wiedersehn!" :|

Es ruft bedrängt das Vaterland,
der Krieger greift zum Schwert;
er drückt noch einmal Liebchens Hand,
spricht, daß er wiederkehrt:
"Ach, teures Mädchen, weine nicht!
mich ruft das Vaterland, die Pflicht."
Doch denken beide, eh' sie gehn:
|: "Wer weiß, ob wir uns wiedersehn!" :|

Der Landwehrmann muß auch mit fort,
läßt Weib und Kind zurück;
er zieht aus seiner Heimat Ort
zum Kampf mit trübem Blick.
Er spricht: "Fällt auch der Abschied schwer;
weint nicht! hofft, daß ich Wiederkehr'!
Der liebe Gott erhör' mein Flehn:
|: Wer weiß, ob wir uns wiedersehn!" :|