Wer ist der immer frohe Mann

Ludwig von Wildungen

Musiknoten zum Lied Wer ist der immer frohe Mann

Liedtext

Wer ist der immer frohe Mann,
der Gram und Mißmut meistern kann?
Der Jäger ist's, sein leichtes Blut
|: hüpft rasch in hoher Lebensglut. :|

Wer ist der eisenfeste Mann,
der Wind und Wetter trotzen kann?
Der Kriegsheld? ja! doch nicht allein,
|: ein Jäger pflegt es auch zu sein. :|

Wer ist der Mann, der Rang und Gold
entbehren kann bei kargem Sold?
Der Jäger, denn Genügsamkeit
|: belohnt ihn mit Zufriedenheit. :|

Sein Paradies ist Wald und Flur
und seine Gottheit die Natur;
frei, wie der Hirsch im Forste, frei,
|: verhöhnt er alle Sklaverei! :|

Der Hunger würzt sein schwarzes Brot,
drum ist sein Antlitz frisch und rot.
Bei seinem Mahl vergnügt zu sein,
|: bedarf er keiner Leckerei'n. :|

Nur selten labt ihn Rebensaft,
doch stärkt auch Wasser seine Kraft,
und um das kupferne Gesicht
|: beneidet er den Schlemmer nicht. :|

Ihn schmückt kein köstliches Gewand,
nicht eitler Prunk und Modetand,
ein grüner Rock, ein gut Gewehr
|: sind ihm genug. Was will er mehr? :|

Wohl mir, daß ich ein Waidmann bin!
Welch Glück ist nicht ein froher Sinn,
dem in der Hoffnung holdem Grün
|: selbst in der Wüste Rosen blüh'n. :|