Wenn des Frühlings erste Strahlen lächeln

Georg Friedrich

Musiknoten zum Lied Wenn des Frühlings erste Strahlen lächeln

Liedtext

Wenn des Frühlings erste Strahlen lächeln,
sich der Buche Knospen öffnen zum Erblühn,
und des Zephyrs Fittiche umfächeln,
|: Hain und Wiese keimt zum neuen Grün. :|

Schleich' ich frühe, wenn der Mond noch schimmert
zum Verhören auf bereifte Bahn;
denn noch eh' die Morgensonne flimmert,
|: balzt im Forst der stolze Auerhahn. :|

Ihn, das Bild der wütenden Begierden,
die die Wesen in den Abgrund ziehn;
ihn, den vorher Scheu und Vorsicht zierten,
|: reißt nun Wollust ins Verderben hin.:|

Auf der Eiche, unter frechen Tönen,
trippelt er auf breitem Ast umher,
taub für alles, außer seiner Schönen,
|: kennt er hebberauscht die Furcht nicht mehr.:|

Und er ruft, die Flügel ausgebreitet,
seine Hühner voller Zuversicht.
Rasch hinan! bis ihr den Stand erschreitet,
|: denn er hört und sieht die Mörder nicht! :|

Doch jetzt schweigt er; - angehalten!
Stille! bis der schwarze Schwelger wieder ruft;
Horcht! nun schnalzt er in der Sehnsucht Fülle,
|: schnell an seinen Stand in hoher Luft! :|

Und ihn stürzt ein Blitz der Flinte nieder,
doppelt braust des Donners Widerhall;
er verschließt die roten Augenlider,
|: und das Dickicht rauscht bei seinem Fall. :|

Neu belebet durch des Frühlings Wonne,
hoch erhoben durch des Waidmanns Glück,
kehr' ich nun beim hellen Licht der Sonne
|: mit der seifnen Beute stolz zurück. :|