Waldergötzung

(Was kann einen mehr ergötzen, als ein schöner, grüner Wald)

Volkslied

Musiknoten zum Lied Waldergötzung

Liedtext

Was kann einen mehr ergötzen,
als ein schöner, grüner Wald,
wo die Vöglein lieblich schwätzen
und Diana sich aufhalt?
Fort mit dir, schön's Blumenfeld!
Der Wald ist, der Wald ist,
der Wald ist mein Lustgezelt.

In den Wald hat sich verliebet
Kaiser, König, Fürst' und Herr;
wann mich oft ein Kreuz betrübet,
dort nehm' ich mein' Labung her.
Der Wald ist mein' Medizin,
macht mich g'sund, macht mich g'sund,
wann ich krank bin.

Wann die heißen Sonnenstrahlen
so ermatten alle Tier',
dass vor Hitz' sie niederfallen,
dann gibt mir der Wald Quartier;
deckt mich zu mit Laub und Äst',
dass ich ruh, dass ich ruh
aufs allerbest'.

Kaum tu' ich vom Schlaf erwachen,
singen mich die Vöglein an,
mir ein schönes Hofrecht machen,
jedes rufet sein Gespan;
musizieren mir so lang',
bis ich was, bis ich was,
vom Wildbret fang'.

Wann ich seh' die Rehlein scherzen
und die Hirschlein Paar für Paar,
so gefällt es mir von Herzen,
wann ich seh' die liebe Schar
springen um bald da, bald dort,
bald stehn still, bald stehn still,
bald laufen fort.

Kommt der Has' und tut mich sehen,
ist es meine größte Freud',
er vor Schrecken still bleibt stehen,
meint, es sei sein' letzte Zeit;
er kehrt um, salviert sich bald
wied'rum in wied'rum in
den dichten Wald.

Tut der list'ge Fuchs mich spüren,
wann ich rausche in dem Laub,
tut er nur mein Schnaufen hören,
macht er sich gleich aus dem Staub;
er macht bei sich diesen Schluss:
Weit davon, weit davon
ist gut vorm Schuss.

Alle Tierlein mir zu Ehren,
so nur in dem Waldrevier,
grüßen mich als ihren Herren,
kommen Paar um Paar zu mir
und bedienen mich geschwind
trotz dem stolzen, trotz dem stolzen
Hofgesind'.

In dem Wald will ich verbleiben,
weil ich leb' auf dieser Erd';
dem Wald tu' ich mich verschreiben,
nun ade, du schnöde Welt!
Ich allzeit bleib' in dem Wald,
bis die Welt, bis die Welt,
zusammenfällt.