Viel Wollust mit sich bringet

Volkslied (1595)

Christoph Demantius schrieb 1595 die Urfassung des Textes, der im Laufe der Jahrhunderte vom Volksmund angepasst wurde. Die Melodie stammt aus August Nörningers Tabulatorbuch (1598).

Musiknoten zum Lied Viel Wollust mit sich bringet

Liedtext

Viel Wollust mit sich bringet
die fröhlich Sommerzeit.
Im grünen Wald jetzt singet
wiedrum vor Freudigkeit.
Ohne Unterlaß, mit hellen Schall
aus ihrem Hälslein zart
sehr schön und fein Frau Nachtigall,
kein Müh und Fleiß sie spart.

Des Nachts, wenn ich fürüber,
all andrer Vöglein Gsang,
so schwingt sie ihr Gefieder
und fängt mit lautem Klang
bald auf das neu recht an zu schrein,
bis das anbricht der Tag;
ihr wunderschöne Melodien
kein Mensch beschreiben mag.

Mit ihrem schönen Singen
bewegt sie manchem sein Herz,
daß er vor Freud möcht springen,
das sag ich ohn allen Schmerz.
Unter allen Waldvögelein,
sie sein groß oder klein,
ihr keines gleich tut sein,
der Ruhm bleibt ihr allein.