Verzeih, daß ich dein Bruder bin

(Es wollt ein Mann in seine Heimat reisen)

Volkslied

Musiknoten zum Lied Verzeih, daß ich dein Bruder bin

Liedtext

Es wollt ein Mann in seine Heimat reisen,
er sehnte sich nach seinem Weib und Kind.
Er aber musste einen Wald durchstreifen,
wo plötzlich ihn ein Räuber überfiel.

"Gib mir dein Geld, ansonsten bist du verloren,
gib mir dein Geld, dein Leben ist sonst hin,
gib mir dein Geld, sonst mus ich dich durchbohren,
das sage ich, so wahr ich Räuber bin."

"Ich hab kein Geld, kann leider keins dir geben,
willst du mein Leben, nimm's und kühle deine Lust,
willst du es haben, so will ich es dir geben,
ich öffne dir von selber meine Brust.«

"Und wenn du Geld, ach Geld hättest so vieles,
nein, dich zu morden hab ich keine Lust.
Denn ach, ja ach, was muss ich bei dir sehen,
was trägst du da auf deiner bloßen Brust?

Was trägst du da, um deinen Hals gebunden,
es glänzt wie Gold und weiße Stickerei?"
"Das ist das Bild von meiner treuen Mutter,
Die ich geliebt in alle Ewigkeit."

Da fiel der Räuber plötzlich vor ihm nieder:
"Verzeih, verzeih, dass ich dein Bruder bin.
Zwölf Jahre sind, seit wir uns nicht gesehen,
und nun muss ich als Räuber vor dir stehn.

Zwölf Jahre haben wir uns nicht gesehen.
In diesen Wäldern trieb ich mich umher.
Als Räuber musste ich dich wiedersehen,
komm lass uns reisen übers weite Meer."