Schwertlied

(Du Schwert an meiner Linken, was soll dein heit'res Blinken?)

Karl Theodor Körner

Karl Theodor Körner schrieb das Gedicht im Morgengrauen des 26. August 1813 nach einem Nachtmarsch und las es einigen seiner Kammeraden vor. Wenige Stunden später fiel Karl Theodor Körner bei der Schlacht von Gadebusch (nahe von Schwerin). Körners Freund Graf Dohna nahm das handgeschriebene Manuskript aus derUniformtasche des Toten und sorgte dafür, dass es veröffentlicht wurde.

Musiknoten zum Lied Schwertlied

Liedtext

Du Schwert an meiner Linken,
was soll dein heit'res Blinken?
Schaust mich so freundlich an,
hab' meine Freude dran.
Hurrah! Hurrah! Hurrah!

"Mich trägt ein wackrer Reiter,
drum blink' ich aus so heiter;
bin freien Mannes Wahr,
das freut' dem Schwerte sehr."

"Ja, gutes Schwert, frei bin ich,
und liebe dich herzinnig,
als wärst du mir getraut
als eine liebe Braut.

Zur Brautnachtsmorgenröte
ruft festlich die Trompete;
wenn die Kanonen schrei'n,
hol' ich das Liebchen ein.

Was klirrst du in der Scheide,
du helle Eisenfreude,
so wild, so schlachtenfroh?
mein Schwert, was klirrst du so?«

"Wohl klirr' ich in der Scheide,
ich sehne mich zum Streite,
recht wild und schlachtenfroh.
Drum, Reiter, klirr' ich so."

"So komm denn aus der Scheide,
du, Reiters Augenweide.
Heraus, mein Schwert, heraus!
Führ' dich in's Vaterhaus.

Wohlauf! Ihr kecken Streiter
wohlauf, ihr wackren Reiter!
Wird euch das Herz nicht warm?
Nehmt's Liebchen auf den Arm!

Drum drückt den liebheißen
brautlichen Mund von Eisen
an eure Lippen fest!
Fluch! Wer die Braut verlässt!

Nun lasst das Liebchen singen,
dass helle Funken springen!
Der Hochzeitmorgen graut!
Hurrah! Du Eisenbraut!"