O wie sanft ruh ich hie

Volkslied (18. Jh.)

Volksweise (18. Jh.)

Musiknoten zum Lied O wie sanft ruh ich hie

Liedtext

O wie sanft ruh ich hie
bei meinen Vieh!
Schlafe auf Sumpf und Moos,
dem Glücke in dem Schoß,
ganz sorgenlos;
wann ich die prächtige Schlösser beschau,
sind sie gegen mir,
so zu sagen schier,
ein kühler Tau.

Wann kommt der Morgen rot,
so lob ich Gott,
und mit der Feldschalmei,
ruf ich das Lämmergeschrei
auch mit herbei:
Da ist kein Mangel, kein trauriger Ton,
weil die Morgenstund führet Gold im Mund,
baut mir ein Thron.

Kommt die Mittags-Zeit,
hab ich mein Freud;
fressen die Lämmer hie,
graset das liebe Vieh,
fast ohne Müh:
Setz mich in Schatten und esse mein Brot,
schwör ich bei mein Stab
daß ich niemals hab
daran ein Not.

Kommet der Abendstern,
dank ich den Herrn.
Dort rauscht ein Wasserquall,
da schlägt die Nachtigall,
gibt Widerhall:
Reichtum in Armut vergnüget und ziert,
allem Pomp und Pracht
sag ich gute Nacht,
und bleib ein Hirt.