O König von Preußen

Volkslied (1815)

Volksweise (18. Jh.)

Musiknoten zum Lied O König von Preußen

Liedtext

O König von Preußen,
du großer Potentat,
ich bin deines Dienstes
so überflüssig satt.
Was fangen wir nur an
in diesem Jammertal,
allwo ist nichts zu finden
als lauter Not und Qual.

Und kommt das Frühjahr an,
da ist die große Hitz',
da muß man exerzier'n,
daß eim der Buckel schwitzt.
Da muß man exerzier'n
vom Morgen bis Mittag,
und das verfluchte Leben
das währt den ganzen Tag.

Vom Exerzieren weg
geht's wieder auf die wacht,
kein Teufel tut nicht frag'n,
ob man gefressen hat.
Kein Branntwein in der Flaschen,
kein weißes Brot dabei;
ein schlechtes Tabakrauchen,
das ist er Zeitvertreib.

Ihr Herren, nehmt's nicht Wunder,
wann einer desertiert,
wir werden wie die Hunde
mit Schlägen strapleziert;
und bringen sie uns wieder,
sie henken uns nicht auf,
das Kriegsrecht wird gesprochen:
Der Kerl muß Gassen lauf!

Und wann wir Gassen laufen,
so spielet man uns auf
mit Waldhorn und Trompeten,
da geht es tapfer drauf;
da werden wir gehauen
von einem Musketier,
der eine hat's Bedauern,
der andre gönnt es mir.

Und werden wir dann alt,
wo wenden wir uns hin?
Die Gesundheit ist verloren,
die Kräfte sind dahin!
Und endlich wird es heißen:
Ein Vogel und kein Nest!
Geh', Alter, nimm den Schnappsack,
bist auch Soldat gewest!