Näher rückt die trübe Zeit

Herbstlied von Georg Daniel Arnold in der Vertonung von Friedrich Silcher

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Musiknoten zum Lied - Näher rückt die trübe Zeit

Näher rückt die trübe Zeit
und ich fühl's mit Beben;
schwinden muss die Herrlichkeit,
sterben junges Leben;
Waldesschmuck und Blütenpracht
sinken bald in Grabesnacht.
|: Scheiden das macht Leiden :|

Blumen auf der grünen Au'
still ihr Haupt schon neigen,
Sommerabendlüfte lau
rauhen Stürmen weichen.
Vögel auf der Bergeshöh',
Schmetterling am tiefen See
|: müssen von uns scheiden :|

Blatt sinkt nieder in den Staub,
wird ein Spiel im Winde;
traurig schüttelt ab ihr Laub
auf den Weg die Linde.
Wolke eilt, dem Pfeile gleich
stürmend durch der Lüfte Reich,
|: scheucht die trauten Sterne :|

»Morgen muss ich fort von hier«,
singt der Fink mit Grämen.
Röschen klagt: »Da liegt die Zier,
Abschied muss ich nehmen!«;
Ach, es macht so bittrern Schmerz,
wenn, was innig liebt das Herz,
|: lang uns muss verlassen :|

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