Merket auf ihr Christenleut

Volkslied (18. Jh.)

Volksweise (18. Jh.)

Musiknoten zum Lied Merket auf ihr Christenleut

Liedtext

Merket auf ihr Christenleut,
was ich sing zu dieser Zeit
vom Bauernstand ist wohl bekannt.
Was die Bauern müssen leiden
jetzt in den betrübten Zeiten,
denn sie sind auch sehr veracht,
einem Hund schier gleich geacht't.

Alle Menschen inner dem Land
kommen her vom Bauernstand,
ein jeglich mit Fleiß mit dem Beweis,
wie von Adam ist zu lesen,
so der erste Bauer gewesen,
Eva auch eine Bäuerin war,
von den'n sind wir all' kommen dar.

Jeglich denk', wie schön es steht,
wo der Bauer zu Acker geht,
im Feld er ein'n Sam' tut säen,
daß man kann schneiden
und auch tut mähen,
daß man durch die Winterzeit
Nahrung hat für Vieh und Leut'.

Aber wo ein Krieg entsteht,
alles drunter und drüber geht,
wie allbereit zu dieser Zeit
man hört an allen Orten:
Rauben, plündern, brennen, morden,
daß seit Jahren, das ist rar,
kein Pflug nit mehr zu Acker war!

Nützlich ist der Bauernstand,
Bauern können allerhand.
können Felder säen, mähen;
alle Herren, die wir sehen,
alle Menschen, alle Land
nähren sich vom Bauernstand,
sind den Bauern all' verwandt.