Mein Sonnwald

(Dort, wo im Purpurglanz der Abendsonne)

Volkslied

Musiknoten zum Lied Mein Sonnwald

Liedtext

Dort, wo im Purpurglanz der Abendsonne
das sanfte Reh zur fetten Wiese zieht,
und noch aus tausend kleinen Sängerkehlen
erschallt der Scheidegruß, ein Abendlied:
Dahin treibt's mich, dahin treibt's mich
mit ungestümem Weh'n,
zu dir, mein Sonnwald, möcht' ich gehn!

Wo kühn der Weidmann, stark wie seine Eichen,
Gefahr nicht kennt, wenn rufet ihn die Pflicht,
bei Hörnerklang und Giergeheul der Meute
der Edelhirsch stolz durch die Dickung bricht.
Dahin treibt's mich, dahin treibt's mich
mit ungestümem Weh'n,
zu dir, mein Sonnwald, möcht' ich gehn!

Wo kühn der Aar auf schlanken Tannen horstet,
der Keiler schäumend die Gewehre wetzt,
wo Falk und Habicht um das Rebhuhn kreisen,
die grimm'ge Bracke an der Wölfin hetzt.
Dahin treibt's mich, dahin treibt's mich
mit ungestümem Weh'n,
zu dir, mein Sonnwald, möcht' ich gehn!

Wo unter mächt'gen Eichen-Buchenhallen
der Jäger birscht und frei die Büchse knallt,
ein edles Wild getroffen stürzt und endet,
aus voller Brust ein „Weidmannsheil!" erschallt.
"O schließe mich, du Sonnwald mein,
in deine Arme ein,
wenn ich einst werd' verendet sein!"