Mein Schatz, der ist auf die Wanderschaft hin

Volkslied (18. Jh.)

Musiknoten zum Lied Mein Schatz, der ist auf die Wanderschaft hin

Liedtext

Mein Schatz, der ist auf die Wanderschaft hin,
ich weiß aber nicht, was ich so traurig bin,
vielleicht ist er tot und liegt in guter Ruh',
drum bring' ich meine Zeit so traurig zu.

Als ich mit meinem Schatz ich die Kirch' wollte geh'n,
viel falsche, falsche Zungen an der Türe steh'n;
die Eine red't dies, die And're das,
das machte mir gar oft die Äuglein naß.

Die Disteln und die Dornen, die stechen so sehr,
die falschen, falschen Zungen aber noch viel mehr;
kein Feuer auf Erd, das brennet so heiß,
als heimlich stille Lieb', die niemand weiß.

Ach, herzallerliebster Schatz und ich bitt' dich noch eins:
Du wolltest auch bei meinem Begräbnis sein:
Bei meinem geleit in's kühle, kühle Grab,
derweil ich dich so treu geliebet hab'.

Ach Gott, was hat ein Vater und Mutter getan,
sie haben mich gezwungen zu einem ehrlichen Mann,
zu einem ehrlichen Mann, den ich nicht geliebt,
das macht mir ja mein Herz so betrübt.