Mädel, schau mir ins Gesicht

Gottfried August Bürger (1778)

Musiknoten zum Lied Mädel, schau mir ins Gesicht

Liedtext

Mädel, schau mir ins Gesicht.
Schelmenauge, blinzle nicht!
Mädel, merke, was ich sage!
Gib mir Kunde, wenn ich frage.
Holla hoch mir ins Gesicht.
Schelmenauge blinzle nicht.

Bist nicht häßlich, das ist wahr;
Äuglein hast du blau und klar.
Wang und Mund sind süße Feigen,
ach, vom Busen laß mich schweigen.
Reizend Liebchen, das ist wahr,
reizend bist du offenbar.

Aber reizend her und hin!
Bist ja doch nicht Kaiserin!
Nicht die Kaiserin der Schönen,
würdig ganz allein zum krönen.
Reizend her und reizend hin,
fehlt noch viel zur Kaiserin.

Hundert Schönen sicherlich,
hundert, hundert fänden sich,
die vor Eifer würden lodern,
dich auf Schönheit rauszufordern.
Hundert Schöne fänden sich,
hundert siegten über dich.

Schelmenauge, Schelmenmund!
Sieh' mich an und tu mir's kund!
He, warum bist du die Meine?
Du allein und anders keine?
Sieh' mich an und tu mir's kund!
Schelmenauge, Schelmenmund!

Sinnig forsch ich auf und ab,
was so ganz dir hin mich gab?
Ja, durch nichts mich so zu zwingen,
geht nicht zu mit rechten Dingen.
Zaubermädel, auf und ab,
sprich, wo ist dein Zauberstab?