Jägertreue

(Dir bleib' ich treu mein Leben lang)

Ludwig von Wildungen

Musiknoten zum Lied Jägertreue

Liedtext

Dir bleib' ich treu mein Leben lang,
beglücktes Jägerleben!
So stolz und laut wie Hörnerklang
soll ohne Scheu mein froher Sang
nur deinen Ruhm erheben!

Der Weichling meide Forst und Flur
und schlaf auf weichen Kissen.
Ein Nimrodssohn gedeihet nur
in Gottes herrlicher Natur
und mag von sonst nichts wissen.

Ihm wird so bang, ihm wird so weh
im städtischen Gedränge,
beim leeren Schnack der Assemblee,
beim Kartentisch, beim schalen Tee,
wird ihm die Brust zu enge.

Im Walde nur herrscht froher Sinn
und echte deutsche Treue!
Der Höfling höhn' uns immerhin,
ein Biedermann verachtet ihn
und kommt zu uns ins Freie.

Wir essen freudig trocken Brot
in Gottes Sonnenstrahle,
arbeiten uns die Wangen rot
und schwören Haß bis auf den Tod
der schleichenden Kabale.

Denn wer ein braver Forstmann ist,
hat sklavisch nie geheuchelt;
er singt des Lied, des Brot er ißt,
und weiß nicht, wie man Hände küßt,
noch stolzen Großen schmeichelt.

Doch waren uns, o goldne Zeit!
die Fürsten einst gewogen;
drum war der Jäger weit und breit -
denn damals galt noch Ehrlichkeit -
den Schranzen vorgezogen.

Wer Fürst und Mädchen lieben soll
so treu, wie ich es meine;
der schenke frisch auf beider Wohl
bis an den Rand die Gläser voll
mit altem deutschen Weine!

Doch wenn euch, Brüder, spät und früh
die Bärt' im Forst bereifen,
so trinkt es in Krambambuli
und laßt den Wind die Melodie
euch um die Flasche pfeifen!