In frischer Luft und Sonnenschein

Wilhelm Wackernagel (1833)

Musiknoten zum Lied In frischer Luft und Sonnenschein

Liedtext

In frischer Luft und Sonnenschein,
da tut sich auf die Brust
und wird zu gutem Sange rein
und offen für die Lust.
Und weil das Auge sich erschwingt,
erschwingt sich auch das Herz und jubelt,
wie die Lerche singt,
in Liedern himmelwärts.

Nun ja, wir haben auch daheim
im Winter, trüb und kalt,
gesungen manchen guten Reim
und Weisen mannigfalt;
doch war's ein halbes Singen
nur und nur ein halbes Glück:
Die Lieder klangen ohne Spur
von tauber Wand zurück.

Wie schöner ist's im grünen Wald,
wo's lustig weht und rauscht,
wo uns vom stillen Aufenthalt
die Nachtigall belauscht,
und wo mit munt'rem Zwischensang
das Echo widerhallt:
Wie schöner ist's, wenn Sang und Klang
im grünen Wald erschallt!

Die Bäume schütteln rings ihr Haupt
und wundem sich gar sehr;
sie hörten nie, seit sie belaubt,
ein solches Singen mehr.
Wir aber ziehn mit lautem Schall
das grüne Tal entlang
und horchen auf den Widerhall,
ob's laut und richtig klang.