Ich wollt, daß ich doheime wär

Volkslied (1430)

Musiknoten zum Lied Ich wollt, daß ich doheime wär

Liedtext

Ich wollt, daß ich doheime wär
und aller Welte Trost entbehr.

Ich mein doheim im Himmelreich,
do ich Gott schauet ewiglich.

Woluf, min Seel, und richt dich dar!
Do wartet din Engel Schar.

Wo alle Welt ist dir zu klein,
du kommest denn eh wieder heim:

Doheim ist Leben ohne Tod
und ganze Freud ohn' alle Not.

Do ist Gesundheit ohne Weh
und wöhret hüt und immermeh.

Do sind doch tausend Jahr als hüt
und ist auch kein Verdrießen nit.

Woluf, min Herz und all min Mut
und such das Gut ob allem Gut.

Was das nit ist, das schätz gar klein
und jammre allzeit wieder heim.

Du hast doch hier kein Bleiben nit,
es sei denn morgen oder hüt.

Weil es denn anders nit mag sin,
so flieh der Welte falschen Schin!

Und reu din Sünd und besser dich,
als wöllest morgen ins Himmelreich.

Ade, Welt! Gott gesegne dich!
Ich fahr dohin gen Himmelrich.