Ich steh auf einem hohen Berg

Volkslied (1771)

Musiknoten zum Lied Ich steh auf einem hohen Berg

Liedtext

Ich steh auf einem hohen Berg,
seh 'runter ins tiefe Tal,
da sah ich ein Schifflein schweben,
da sah ich ein Schifflein schweben,
darin drei Grafen war'n.

Der allerjüngst, der drunter wär,
die in dem Schifflein saßn,
der gebot seiner Liebsten zu trinken
aus einem venedischen Glas.

Was gibst du mir lang zu trinken,
was schenkst du mir lang ein?
Ich will jetzt in ein Kloster gehn,
will Gottes Dienerin sein.

Willst du jetzt in ein Kloster gehn,
willst Gotts Dienerin sein,
so geh in Gottes Namen,
deines Gleichen gibts noch mehr.

Und als es nun war Mitternacht,
dem jungen Grafen träumts so schwer,
daß sein herzallerliebster Schatz
ins Kloster gegangen wär.

Auf Knecht, steh auf und tummel dich,
satt'l unser beider Pferd.
Wir wollen reiten bei Tag oder Nacht,
die Lieb ist Reitens wert.

Das Nönnlein kam gegangen
in einem schneeweißen Kleid,
ihr Härl war abgeschnitten,
ihr roter Mund war bleich.

Der Knab er setzt sich nieder,
er saß auf einem Stein,
er weint die hellen Tränen,
brach ihm sein Herz entzwei.