Hör, wie die Wachtel im Acker dort schlagt

Volkslied (18. Jh.)

Volksweise (18. Jh.)

Musiknoten zum Lied Hör, wie die Wachtel im Acker dort schlagt

Liedtext

Hör, wie die Wachtel im Acker dort schlagt:
wollte Gott! wollte Gott!
käm nur kein Schauer, sie sagt;
fliehet von einem zum andren Feld,
und uns das Wachstum der Früchte vermeld;
Uns bei dem Sonnenschein freundlichst ermahnt:
danket Gott; danket Gott,
für die schönen Früchten im Land.

Fahret der Bauer früh morgens ins Feld,
grüß dich Gott! grüß dich Gott!
von ihr den Gruß schon erhält:
Mit ihrem hellen annehmlichen Schlag,
suchet sein Arbeit zu mindern den Tag;
ist er von Arbeit ermüdet und matt;
gute Nacht! gute Nacht!
ruft sie, so bald es wird spat.

Kommen die Schnitter, so ruft sie keck:
tritt mich nit! tritt mich nit!
Sich ganz zur Erde dar streckt;
fliehet von gschnittenen Gründen hindan,
weil sie verbergen sich nimmer mehr kann,
sagt auch: Ich finde kein Speis mehr darin.
Taugt mir nit! taugt mir nit!
Ruft sie und fliehet dahin.

Wenn da die Ernte schon gänzlich vorbei,
harte Zeit! harte Zeit!
Kommet der Winter herbei;
fliehet von unseren Landen hin fort,
an ein ganz andern und wärmeren Ort;
und wünscht dem Lande zum letzten noch an:
Bhüt dich Gott! bhüt dich Gott!
Dies ist ihr letzteres Wort.

Ist nun die Wachtel so dankbar, und sagt:
All`s von Gott! all`s von Gott,
der uns die Früchte gemacht.
Nehm undankbarer Christ dann auch hinfür
dies gute Lehrstück von diesem klein Tier,
sag auch bei allem. mit Herz, Mund und Sinn,
Gott sei Dank! Gott sei Dank!
Dieses ich wohl nicht verdien.