Hier sitz ich auf Rasen

Klamer Schmidt (1781)

Volksweise (18. Jh.)

Musiknoten zum Lied Hier sitz ich auf Rasen

Liedtext

Hier sitz ich auf Rasen,
mit Veilchen bekränzt,
mit Veilchen bekränzt,
hier will ich auch trinken,
hier will ich auch trinken,
bis lächelnd am Himmel
mir Hesperus glänzt.

Zum Schenktisch erwähl' ich
das duftende Grün
und Amor zum Schenken:
Ein Posten wie dieser,
der schickt sich für ihn.

Das menschliche Leben
eilt schneller dahin
als Räder am Wagen:
Wer weiß, ob ich morgen
am Leben noch bin.

Wir alle, vom Weibe
geboren, sind Staub,
der früher, der später:
Wir werden einst alle
des Sensenmanns Raub.

In graulichen Grabes
unendlicher Nacht,
was hilft's, daß Nietzky
mit Salbe mich Toten
zur Mumie macht?

Drum will ich mich laben
an Wein und an Kuß,
bis das ich hinunter
ins traurige Dunkel
der Schattenwelt muß.

Drum will ich auch trinken
so lang es noch geht:
Bekränzt mich mit Rosen!
Und gebt mir ein Mädchen,
die's Küssen versteht!