Heimkehr des Königskindes

(Es wohnt ein König an dem Rhein)

Volkslied

Musiknoten zum Lied Heimkehr des Königskindes

Liedtext

Es wohnt ein König an dem Rhein,
der hatt' sich drei liebliche Töchterlein,
der hatt' sich drei liebliche Töchterlein.

Die erste starb gar früh am Tag,
man trug sie fort wohl in das Grab.

Die zweite die starb zur Mittagszeit,
man legte sie auch in die Erd' hinein.

Die letzte war gar ein wildes Blut,
sie floh mit dem Spielmann des Vaters Gut.

Wohl sieben Jahr es war darnach,
da hatt sie bereut, daß sie das tat.

"O Spielmann, jetzt bring mich wieder heim.
O bring mich zur Mutter heim an den Rhein!"

Als sie wohl an die Pforten kam,
sie klopft mit ihrem zarten Händchen an.

"Wer ist da draußen, wer klopfet an?
Wer kann mich Arme nicht ruhen lan?"

"Es ist ein Mägdlein hübsch und fein,
sie möcht gern eure Dienstmagd sein."

"Das Mägdlein ist mir zu hübsch und fein,
sie möcht mir gar mein Söhnlein frein."

Der Spielmann tat einen hohen Eid:
"Ich weiß, daß das Mägdlein euren Sohn nicht freit."

Die Mutter, die setzte sich auf die Bank,
und dingte die Magd sieben Jahre lang.

Als sie nun gedient sieben Jahre lang,
da wurde das Mägdlein plötzlich krank.

"Sag Mägdlein, wo sind deine Eltern zu Haus,
auf das wir schicken mit Boten hinaus!"

"Mein Vater, der ist ein König am Rhein,
ich hoffe, du wirst mir lieb Mutter sein."

"Wie könnt ich deine lieb Mutter sein?
Du hast ja von Gold kein Ringelein."

"In meiner Kammer, im Eichenschrein,
da lieget das goldne Ringelein."

"Sag Tochter, warum hast du nicht eher bekannt,
in Sammet und Seide hätt ich dich gewand't."

"Die Seide und Sammet sind nicht so fein,
sie tragen mich nicht ins Himmelreich."

Es dauerte sieben Tag darnach,
da trug man Muter und Tochter ins Grab.