Hans und Röschen

(Des Lindewirts Rösle hat's Fenster aufg'macht)

Volkslied

Musiknoten zum Lied Hans und Röschen

Liedtext

Des Lindewirts Rösle hat's
Fenster aufg'macht
und hat mi auf einmal ganz
freundlich ang'lacht,
sagt: Hans, kehr' auch ein!
doch i gang net
der Hans mag des Rösles
ihr Hänsle nit sei!

Am Pankraztag jährt sich's,
da tanzt' ich mit ihr,
da sagt' ich: "Schön's Rösle,
wie gut bin ich dir!
Lieb's Rösle, sei mein!"
Doch's Rösle sagt: "Nein,
ein Bauerweib werden,
das ist mir zu g'mein!"

Den andern Tag geht sie
ganz heimlich und warm
im Dorf auf und nieder,
'nen Jäger am Arm;
ich biet' ihr die Zeit,
sie schmollet und deut
und sagt noch dem Jäger,
ich hätt' um sie g'freit.

Du hochmütigs Rösle,
das kränkte mich tief!
die Nacht drauf es Hänsle
kein Stündle sanft schlief;
ein Bauer zu g'mein,
verspottet zu sein,
das will mir nicht nunter,
das wurmt mich allein!

Doch hab' ich schon selbigsmal
oft bei mir dacht,
sie hat mit dem Jäger
kei Hochzeit noch g'macht;
wer weiß, wenn es g'schieht,
der Jäger verspricht
schon mancher die Hochzeit
und nimmt sie doch nicht.

Und so ist's auch gangen,
der Jäger ist fort,
hat's Rösle verlassen,
gebrochen sei Wort;
jetzt fällt es ihr ein,
ich sei ihr nit z'g'mein;
gelt, Rösle! jetzt soll ich
dir gut genug sein!

Ich hatte dich gerne,
du dauerst mich sehr,
und wenn der verteufelte
Jäger nicht war',
so wärst du jetzt mein;
doch jetzt sag' ich: nein!
ich mag nicht der Nachtrab
vom Jägerbursch sein!