Hätt mir ein Espenzweiglein

Volkslied (1556)

Achim von Arnim und Clemens Brentano nahmen den Text in Band 3 ihrer Sammlung "Des Knaben Wunderhorn" auf, was dem Text zu erneuter Popularität verhalf.

Musiknoten zum Lied Hätt mir ein Espenzweiglein

Liedtext

Hätt mir ein Espenzweiglein
gebogen zu der Erden.
Den liebsten Buhlen den ich hab,
der ist mir leider allzu ferne.

Er ist mir doch zu ferre nicht,
bei ihm hab ich geschlafen;
von rotem Gold ein Fingerlein
hab ich in seinem Bett gelassen.

Und da ichs doch gelassen hab,
will ichs wieder bekommen
und tun, ob ich solchs bei mir hätt
und wär mir keinmal genommen.

Ja zwischen Berg und tiefe Tal
da geht ein enge Straße:
Wer seinen Buhlen nit haben will,
der soll ihn allzeit fahren lassen.

Scheid dich nicht, herzes Dockelein,
von dir will ich nit weichen;
hab keinen Andern lieber denn mich!
Im Reich findt man gar nicht deins Gleichen.