Frisch auf ins weite Feld

Volkslied (19. Jh.)

Volksweise (19. Jh.)

Musiknoten zum Lied Frisch auf ins weite Feld

Liedtext

Frisch auf ins weite Feld.
Zu Wasser und zu Lande
hab ich mein Sinn gestellt,
zu reisen und zu wandern
von einer Stadt zur andern,
solang es Gott gefällt.

Wie mancher reiset aus;
wenn er die Glock' nicht schlagen hört,
so kommt er wieder nach Haus'.
Spricht: Vater, ich bin schon wiederkomm'n,
die Bauern haben zu böse Hund',
ich kann nicht bleiben aus.

Jetzt ist es an der Zeit,
wenn einer ausgelernet hat,
so will er haben ein Weib.
Ein Weib zu nehmen, das ist nicht Recht,
er ist kein Meister, er ist ein Knecht.
Ein Stümper muß er sein.

Ein wohlgereister Mann,
der in der Welt gewesen ist,
der etwas weiß und kann,
von dem ist viel zu halten
bei Jungen und bei Alten,
ich selbst halt' viel davon.

Zu Straßburg an dem Rhein,
da gibt es viel zu schauen
von Silber und Edelstein.
Wer Geld hat, der kann kaufen ein,
wer keins hat, der muß es lassen sein,
zu Straßburg an dem Rhein.

Zu Köllen an dem Rhein,
da gibt's so viel Kirchen und Klöster
als Tag' im Jahre sein.
Wer weiß von einer Stadt,
die so viel Kirchen und Klöster hat,
als Köllen an dem Rhein?

Ihr Jungfern insgemein,
freit euch keinen Junggesellen,
die nicht gewandert sein
in ihren jungen Jahren
und haben nichts erfahren,
wie Muttersöhnlein sein.

Ihr Jungfern insgemein,
freit euch nur Junggesellen,
die brav gewandert sein
in ihren jungen Jahren
und haben schon erfahren,
was brave Burschen sein.