Es war einmal ein Pfeifer

Volkslied

Musiknoten zum Lied Es war einmal ein Pfeifer

Liedtext

Es war einmal ein Pfeifer,
der pfeift die ganze Nacht.
Er wollte beim Häuslein pfeifen,
wo seine Liebste schläft.

Zum Fenster ging er schnelle,
das Fenster macht er auf:
"Herzlichste, bist du drinnen?
Steh auf und laß mich ein?"

"Ich bin fürwahr darinnen
aber aufmachen tu ich dir nicht.
Ich hab schon Einen herinne,
wohl zwei oder auch drei."

Das Dirndel stand vom Beul auf,
zum Fenster ging sie schnell:
"Heut ist es nicht so dunkel,
wie scheint der Mond so hell!"

Er zog aus seiner Scheide
ein Messer, und das war gespitzt,
er stachs in ihr frisch Herzchen,
das Blut um ihn her spritzt.

Die Äugelein wurden dunkel,
das Herz das weinet schon.
Er denkt an seine Sünden:
"Ach Gott, was hab ich getan!"

Er zog von ihrem Finger
ein Ringel von Demantstein.
Er warfs ins rinnende Wasser,
das Ringel gab ihm einen Schein.

"Schwimm hin, schwimm her, liebs Ringelein,
schwimm hin bis auf den Grund:
Mein Herz wird nimmer lachen
Bis auf mein' letzte Stund."

Wer hat das Liedel erfunden,
wer hat das Liedel erdacht?
Das war einmal ein Pfeifer,
der hat seine Liebste umbracht.