Es spielt ein Graf mit seiner Magd

Volkslied (18. Jh.)

Volksweise (18. Jh.)

Musiknoten zum Lied Es spielt ein Graf mit seiner Magd

Liedtext

Es spielt ein Graf mit seiner Magd,
sie spielten alle beide.
Und als der helle Morgen anbrach,
da fing sie an zu weinen.

Wein nicht, wein nicht mein Engelein,
dein Ehr will ich bezahlen.
Ich will dir geben den Reitknecht mein,
dazu zwölfhundert Taler.

Den Reitknecht dein, den mag ich nicht,
ich will den Herren selber.
Ich will hinweg, ich will hinweg,
ich will zu meiner Mutter.

Ach Tochter, liebste Tochter mein,
wie hat es dir ergangen,
daß dir der Rock ist vorn zu kurz
und hinten viel zu lange?

Ach Mutter, liebste Mutter mein,
das darf ich dir nicht sagen.
Es hat ein Graf mit mir gespielt;
der Schelm hat mich betrogen.

Es begab sich um die Mitternacht,
da täts dem Markgraf träumen,
als wenn sein herzallerliebster Schatz
im Kindbett gestorben wäre.

Da sagt er zu dem Reitknecht fein:
Sattle mir die zwei Pferde.
Wir wollen heut noch reiten
über Berg und über Heide.

Und als er vor das Tore kam,
wohl vor das rote Tore,
da trug man einen Toten heraus
auf einer Totenbahre.

Setzt ab, setzt ab, ihr Träger mein,
ich will den Toten schauen.
Das ist mein herzallerliebster Schatz
mit seinen schwarzbraunen Augen.

Er zog heraus ein blankes Schwert
und stach ihm in sein Herze.
Hast du gelitten Todespein,
jetzunder leid ich Schmerzen.