Es ist ja kein besser Leben

Volkslied (um 1700)

Volksweise (um 1700)

Musiknoten zum Lied Es ist ja kein besser Leben

Liedtext

Es ist ja kein besser Leben
auf den ganzen Erdenkreis.
als ein Schäfersmann abgegeben
und ein Schäfer sein mit Fleiß.
Hab'n wir schon kein Geld noch Ruh,
Brauchen wir doch nit viel Schuh;
kaufen uns ein Dudelsack,
dudlen auf den ganzen Tag,
dudel, dudel, dudel, dudel, dudel, Dudel-Dudelsack,
dudlen auf den ganzen Tag.

Wann wir in dem Schatten sitzen,
zu der schönen Frühlingszeit,
aus dem Rohr wir Pfeifen schnitzen,
pfeifen, daß mans hört gar weit;
wann der arme Bauersmann,
arbeit um den sauren Lohn,
pfeifen wir aufn Dudel-Dudelsack,
dudlen auf den ganzen Tag,
dudel, dudel, dudel, dudel, dudel, Dudelsack,
dudlen auf den ganzen Tag.

Will uns hungern, will uns dürsten,
suchen wir die Taschen aus,
was wir haben an Bratwürsten,
das muß also gleich heraus:
Unsre Weiber sind zu Haus,
schicken uns brav Essen raus,
pfeifen wir beim Dudel-Dudelsack,
dudlen auf den ganzen Tag,
dudel, dudel, dudel, dudel, dudel, Dudelsack,
dudlen auf den ganzen Tag.

Wann wir endlich in den Taschen
nichts mehr haben für das Maul,
bringen uns bald was zu naschen,
unsre Weiber: sind nicht faul;
bringen uns gut Milch und Käs,
oder anders guts Gefräß,
hupfen wir beim Dudel-Dudelsack,
dudlen auf den ganzen Tag,
dudel, dudel, dudel, dudel, dudel, Dudelsack,
dudlen auf den ganzen Tag.

Wann die Hitz brennt in die Seiten,
und der Durst nimmt überhand,
braucht der Wirt gar keine Kreiden,
ist der Bronn gleich in der Hand:
Wie soll uns dann besser sein?
Saufen wacker Gänswein 'nein;
trinken wir beim Dudel-Dudelsack,
dudlen auf den ganzen Tag,
dudel, dudel, dudel, dudel, dudel, Dudelsack,
dudlen wir den ganzen Tag.

Wann wir zu den Schäflein kommen,
fangen wir zu dudlen an;
haben uns noch kaum vernommen,
geht zu uns das Laufen an;
kleine schreien me, me, me,
große blärren ble, ble, ble,
springen rum beim Dudel-Dudelsack,
dudlen wir den ganzen Tag,
dudel, dudel, dudel, dudel, dudel, Dududelsack,
dudlen wir den ganzen Tag.

Wanns im Winter regnet, schneiet,
geht bei uns die Lust erst an,
Frost und Schnee uns wenig g'heyet,
ziehen unsre Schafs-Pelz an;
kriechen gleichwohl aus der Hütt,
fahren einsweil auf den Schlitt,
fahren rum beim Dudel-Dudelsack
dudlen auf den ganzen Tag;
dudel, dudel, dudel, dudel, dudel, Dudelsack,
dudlen wir den ganzen Tag.

Unsre Schäflein nach den Samen
suchen durch den dicken Schnee,
weil wir dudlen, stehns beisammen,
und verbleiben in der Näh:
Hören zu mit größter Freud,
werden feist bei solcher Zeit,
mästen sich beim Dudel-Dudelsack,
dudlen wir den ganzen Tag,
dudel,dudel, dudel, dudel, dudel, Dudelsack
dudlen auf den ganzen Tag.

Nun ihr liebe Freund und Gäste!
Dudle, was nur dudlen kann,
dudlen wir aufs allerbeste,
niemand es uns wehren kann,
dudlen wir bei Tag und Nacht,
Dudelsack steh! Halte Wacht!
Vivat unser Dudel-Dudelsack!
Dudlen wir den ganzen Tag,
dudel, dudel, dudel, dudel, dudel, Dudelsack,
aus ists Lied mit Sack und Pack.