Die Welt, die ist jetzt ein Gericht

Volkslied (1844)

Musiknoten zum Lied Die Welt, die ist jetzt ein Gericht

Liedtext

Die Welt, die ist jetzt ein Gericht,
noch schlimmer als die Feme.
Wo man nicht erst ein Urteil spricht,
das Leben schnell zu nehmen.

Hier wird der Mensch langsam gequält,
hier ist die Folterkammer.
Es werden Seufzer viel gezählt
als Zeugen von dem Jammer.

Die Herren Zwanziger die Henker sind,
die Diener ihre Schergen,
davon ein jeder tapfer schindt,
anstatt was zu verbergen.

Kommt nun ein armer Webersmann,
die Arbeit zu besehen,
findt sich der kleinste Fehler dran,
wird's ihm noch schlecht ergehen.

Erhält er dann den kargen Lohn,
wird ihm noch abgezogen,
zeigt ihm die Tür mit Spott, und Hohn
kommt ihm noch nachgeflogen.

Hier hilft kein Betteln, hilft kein Flehn,
umsonst sind alle Klagen.
Gefällt's euch nicht, so könnt ihr gehn,
am Hungertuche nagen.

O euer Geld und euer Gut,
das wird dereinst zergehen
wie Butter an der Sonne Glut.
Wie wird's mit euch dann stehen?

Und hat auch einer noch den Mut,
die Wahrheit herzusagen,
dann kommt's so weit, es kostet Blut;
und dann will man verklagen.