Die Feldflasche

(Helft Leutchen, mir vom Wagen doch)

Die Feldflasche schrieb Johann Emanuel Veith 1813. Karl Keller komponierte 1814 die Musik dazu. Das Lied fand nach der Völkerschlacht bei Leipzig rasche Verbreitung.

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Musiknoten zum Lied - Die Feldflasche

Helft Leutchen, mir vom Wagen doch
Seht her, mein Arm ist schwach
Ich trag ihn in der Binde noch
Drum Leutchen, fein gemach
Zerbrecht mir nur die Flasche nicht
Nehmt sie zuerst heraus
Wenn diese Flasche mir zerbricht
Sind alle Freuden aus

»Bekümmert euch die Flasche so?
Was wird denn viel drum sein?
Das schlechte Glas, das bisschen Stroh
Und drin kein Tropfen Wein?«
Ei, Leutchen, die ihrs nicht versteht
Nehmt nur die Flasch heraus
Wie ihr sie um und um beseht
Mein König trank daraus

Bei Leipzig draußen, wie ihr wisst
war's just kein Kinderspiel
Die Kugel hat mich hart begrüßt
Da lag ich im Gewühl
Man trug mich fort, dem Tode nah
Zog mir die Kleider aus
Da hielt ich fest die Flasche da
Mein König trank daraus

Der König hielt in unsern Reih'n
Wir sahn sein Angesicht
Kartätschen flogen auf uns ein
Er hielt und wankte nicht.
Er dürstete, ich sah's ihm an
Nahm mir den Mut heraus
Und bot ihm meine Flasche an
Und er, er trank daraus

Er klopft mich auf die Schulter hier
Und sprach: »Schön Dank, mein Freund!
Dein Labetrunk behagte mir.
Es war recht wohl gemeint!«
Das freute mich denn gar zu sehr
Kam'raden, rief ich aus.
Wer zeigt noch so ein Fläschchen her?
Mein König trank daraus!

Die Flasche zwingt mir Niemand ab
Sie bleibt mein bester Schatz
Und sterb' ich, stellt mir sie auf's Grab
Und untenher den Satz:
Er focht bei Leipzig, der hier ruht
In diesem stillen Haus
Die Flasche war sein bestes Gut
Sein König trank daraus!

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