Ich lag auf grünen Matten,
An klarer Quellen Rand.
Mir kühlten Erlenschatten
Der Wangen heissen Brand.
Ich dachte dies und jenes,
Und träumte sanftbetrübt
Viel Süßes mir und Schönes,
Was diese Welt nicht gibt.
Und sieh dem Hain entschwebte
Ein Mägdlein sonnenklar.
Ein weißer Schleier webte
Um ihr nussbraunes Haar.
Ihr Auge feucht und schimmernd
Umfloss ätherisch Blau.
Die Wimpern nässte flimmernd
Der Wehmut Perlentau.
Ein traurend Lächeln schwebte
Um ihren süßen Mund.
Sie schauerte, sie bebte.
Ihr Auge tränenwund,
Ihr Hinschaun liebesehnend,
So wähnt' ich, suchte mich.
Wer war wie ich so wähnend,
So selig wer, wie ich!
Ich auf, sie zu umfassen -
Und ach! sie trat zurück.
Ich sah sie schnell erblassen,
Und trüber ward ihr Blick.
Sie sah mich an so innig,
Sie wies mit ihrer Hand,
Erhaben und tiefsinnig
Gen Himmel, und verschwand.
Fahr wohl, fahr wohl, Erscheinung!
Fahr wohl, dich kenn' ich wohl!
Und deines Winkes Meinung
Versteh' ich, wie ich soll! -
Wohl für die Zeit geschieden
Eint uns ein schön'res Band.
Hoch droben, nicht hienieden,
Hat Lieb' ihr Vaterland.