Der Heuschreck

(Was ein g'rechter Heuschreck is)

Josef Victor von Scheffel (vor 1855)

Musiknoten zum Lied Der Heuschreck

Liedtext

|: Was ein g'rechter Heuschreck is,
sitzt im Sommer auf der Wies', :|
Auf der Wiese muß er singen,
allweil hin und wieder springen;
auf der Wies' ist sein Gespan,
dort lallt ihn kein' Langweil' an.
|: Heuschreck hin, Heuschreck her,
ein alter Heuschreck hupft nicht mehr! :|

|: Und die edle Heuschreckin
pfleget sein mit treuem Sinn, :|
und an ihrem treuen Busam
schläft der Heuschreck nächtlich ruhsam,
schläft, ins grüne Gras versteckt,
bis der Tag zum Springen weckt.
|: Heuschreck her, Heuschreck hin,
es lebe auch die Heuschreckin! :|

|:Und so lang der Sommer scheint,
hüpfen beide eng vereint, :|
er unzähmbar, wild, anarchisch,
sie konstitutionell monarchisch,
bis im Herbst beim ersten Reif
beid' sich strecken kalt und steif.
|: Heuschreck hin, Heuschreck her,
ein toter Heuschreck hupft nicht mehr. :|