Der gefangene Husar

(Ein preußischer Husar fiel in Franzosen Hände)

Volkslied

Musiknoten zum Lied Der gefangene Husar

Liedtext

Ein preußischer Husar fiel in Franzosen Hände,
Prinz Clermont sah ihn kaum, so fragt er ihn behende:
"Sag an, mein Freund, wie stark ist deines Königs Macht?"
"Wie Stahl und Eisen!" sprach der Preuße mit Bedacht.

"Nein, du verstehst mich nicht", versetzt Prinz Clermont wieder;
"Ich meine nur die Zahl, die Menge deiner Brüder."
Drauf stutzte der Husar und sah wohl in die Höh,
und sprach: "So viel ich Stern' am blauen Himmel seh."

Der Prinz war ganz bestürzt, was dieser Preuße sagte
und unter andern mehr mit diesen Worten fragte:
"Freund, hat der König mehr dergleichen Leut' wie du?"
"Ja wohl", sprach der Husar, "viel bess're noch dazu!

Ich bin der Schlechteste von seinen Leuten allen,
sonst war ich Euch gewiss nicht in die Hand' gefallen."
Darauf reicht ihm der Prinz wohl einen Louis blank;
Der Preuße nahm ihn an und ging dann seinen Gang.

Da sieht er ungefähr ein' Schildwach, die ganz mager
und im Gesichte fast als wie der Tod so hager;
derselben gab er flugs den blanken Taler hin,
und sprach: "Mein guter Freund, so wahr ich Preuße bin:

Du brauchst ihn nötiger als ich und meine Brüder,
drum gebe ich dir das Geld von deinem Prinzen wieder,
denn unser Friedrich versorgt uns alle gut;
drum lassen wir für ihn den letzten Tropfen Blut.

Ich hab noch Geld genug, für mein Pferd Heu und Hafer
und wenn ich keins mehr hab', was frag' ich nach dem Taler!
Ich klopf mir auf die Tasch' und denk mir was dazu,
und setz' mich auf mein Pferd, reit' meinem König zu."