Der bestrafte Fähnrich

(Es marschierten drei Regimenter wohl über den Rhein)

Volkslied (um 1700)

Volksweise (um 1700)

Musiknoten zum Lied Der bestrafte Fähnrich

Liedtext

Es marschierten drei Regimenter wohl über den Rhein,
es marschierten drei Regimenter wohl über den Rhein,
ein Regiment zu Fuß,.
ein Regiment zu Pferd,
und auch ein Regiment Dragoner.

Bei einer Frau Wirtin da kehrten sie ein,
die hatt' ein schwarzbrauns Mägdlein,
die schlief wohl ganz alleine.

Und als das schwarzbraun Mädel vom Schlaf erwacht,
vom Schlaf erwacht und sich bedacht,
da fing sie an zu weinen.

"Ach schönste Madmoiselle, warum weinet sie so sehr?"
"Ein junger Offizier von eurer Compagnie
hat mir die Ehr genommen!"

Der Hauptmann das war gar ein zorniger Mann,
die Trommel ließ er rühr'n, die Trommel ließ er rühr'n
den Feldmarsch ließ er schlagen.

Er ließ sie aufmarschieren zu Zweien und zu Drein,
zu Dreien und zu Vieren, zu Vieren und Zwein,
Ddß sie ihn sollt erkennen.

"Ach schönste Madmoiselle, ach kennt sie ihn nicht?"
"Da vorn tut er reiten, der Dritte in dem Ritt,
der jetzt die Fahne tut schwenken."

Der Hauptmann der war gar ein zorniger Mann,
einen Galgen ließ er baun, gar weit zu schaun,
den Fähnrich dran zu hängen.

"Ach liebe Kameraden, um was ich euch noch bitt:
So jemand nach mir fragt, daß ihr ihm sagt,
ich war mit Ehr'n erschossen."

Des andern Morgens früh kam Fähnrichs seine Frau:
"Ach Gott, wo ist mein Mann? Ach Gott, wo ist mein Mann?
Wo mag er sein geblieben?"

"Ach schönste beste Frau, eur Mann der ist nun tot.
da draußen vor dem Tor, da draußen vor dem Tor,
hab'n ihn zwei Spanier erschossen.«

So geht es in der Welt, wenn man verheirat' ist,
so geht es in der Welt, so geht es in der Welt,
muss eins das andre lassen.