Ein Blümchen schön, doch unbekannt,
im Grase tief verborgen stand;
das fand am klaren Silberquell
ein froher lustiger Gesell.
Er pflückt' es wol mit heiter'm Sinn
und nannt' es seine Königin;
er steckt es fein an seine Brust
und fühlte süße Himmelslust.
Und wer das Wunderblümchen sah,
der wusste nicht, wie ihm geschah.
Viel Jüngling kamen, hold und schön
und wollten gern das Blümchen sehn.
Und hatten's alle dann erblickt,
so war ihr Herz und Aug' entzückt;
ein jeder wünscht' das Blümchen sich.
das keinem andern Blümchen glich.
Doch der Geselle hielt es fest;
Liebe Liebe nicht verlässt!
Er hielt das Blümchen, schön und hold,
viel höher noch als Kron' und Gold.
Und wie ein teures Liebespfand,
so pflegt' er es mit treuer Hand;
der Kummer wich, es floh der Schmerz,
drückt' er das Blümchen an das Herz.