Das Lied von dem jungen Grafen

(Ich steh' auf einem hohen Berg)

Das Lied von dem jungen Grafen ist ein Volkslied aus dem Elsass, das in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Bekanntheit erlangte.

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Musiknoten zum Lied - Das Lied von dem jungen Grafen

Ich steh' auf einem hohen Berg,
seh' ‚nunter ins tiefe Tal,
da sah ich ein Schifflein schweben,
da sah ich ein Schifflein schweben,
darin drei Grafen saß'n.

Der allerjüngst, der drunter war,
die in dem Schifflein saß'n,
der gebot seiner Lieben zu trinken,
der gebot seiner Lieben zu trinken,
aus einem venedischen Glas.

Was gibst du mir lang zu trinken,
was schenkst du mir lang ein?
ich will jetzt in ein Kloster gehen,
ich will jetzt in ein Kloster gehen,
will Gottes Dienerin sein.

Willst du jetzt in ein Kloster gehen,
willst Gottes Dienerin sein,
so geh' in Gottes Namen,
so geh' in Gottes Namen;
deins gleichen gibt's noch mehr!

Und als es kam um Mitternacht,
dem jungen Graf träumt's so schwer,
als ob sein allerliebster Schatz,
als ob sein allerliebster Schatz,
ins Kloster gezogen wär'.

Auf, Knecht, steh' auf und tummele dich,
satt'l unser beide Pferd!
Wir wollen reiten, sei Tag oder Nacht
wir wollen reiten, sei Tag oder Nacht;
die Lieb' ist Reitens wert!

Und da sie vor jen's Kloster kam'n,
wohl vor das hohe Tor,
fragt er nach jüngst der Nonnen,
fragt er nach jüngst der Nonnen,
die in dem Kloster war.

Das Nönnlein kam gegangen
in einem schneeweißen Kleid;
ihr Härl war abgeschnitten,
ihr Härl war abgeschnitten,
ihr roter Mund war bleich.

Der Knab', er setzt sich nieder,
er saß auf einem Stein;
er weint die hellen Tränen,
er weint die hellen Tränen,
brach im sein Herz entzwei!

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