An der Saale hellem Strande

An der Saale hellem Strande dichtete Franz Kugler 1826 »in einer schönen Sommernacht auf einen Tisch der Rudelsburg« wie er in der 1840er Ausgabe seiner Gedichte anmerkt. Gesungen wird das Lied auf Friedrich Ernst Fescas Melodie »Heute scheid ich«.

Musiknoten zum Lied - An der Saale hellem Strande

An der Saale hellem Strande
stehen Burgen stolz und kühn;
ihre Dächer sind zerfallen,
und der Wind streicht durch die Hallen,
Wolken ziehen drüber hin.

Zwar die Ritter sind verschwunden,
nimmer klingen Speer und Schild:
Doch dem Wandersmann erscheinen
in den altbemoosten Steinen
oft Gestalten zart und mild.

Droben winken holde Augen,
freundlich lacht manch roter Mund:
Wandrer schaut wohl in die Ferne,
schaut in holder Augen Sterne,
Herz ist heiter und gesund.

Und der Wandrer zieht von dannen,
denn die Trennungsstunde ruft;
und er singt Abschiedslieder,
Lebewohl tönt ihm hernieder,
Tücher wehen in der Luft.

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