Was frag' ich viel nach Geld und Gut

Johann Martin Miller (1776)

Musiknoten zum Lied Was frag' ich viel nach Geld und Gut

Liedtext

Was frag' ich viel nach Geld und Gut,
wenn ich zufrieden bin,
gib Gott mir nur gesundes Blut,
so hab ich frohen Sinn,
und sing' aus dankbarem Gemüt,
mein Morgen und mein Abendlied.

So mancher schwimmt im Überfluß,
hat Haus und Hof und Geld,
und ist doch immer voll Verdruß
und freut sich nicht der Welt.
Je mehr er hat, je mehr er will,
nie schweigen seine Klagen still.

Da heißt die Welt ein Jammertal
und deucht mir doch so schön;
hat Freuden ohne Maß und Zahl,
läßt keinen leer ausgehn.
Das Käferlein, das Vögelein,
darf sich ja auch des Maien freun.

Und uns zu Liebe schmücken ja
sich Wiese, Berg und Wald;
und Vögel singen fern und nah,
daß alles widerhallt.
Bei Arbeit singt die Lerch uns zu,
die Nachtigall bei süßer Ruh.

Und wenn die goldne Sonn aufgeht,
und golden wird die Welt;
wenn alles in der Blüte steht
und Ähren trägt das Feld;
dann denke ich: alle diese Pracht
hat Gott zu meiner Lust gemacht.

Dann preis' ich laut und lobe Gott
und schweb in hohem Mut,
und denk: es ist ein lieber Gott,
er meints mit Menschen gut!
Drum will ich immer dankbar sein
und mich der Güte Gottes freun!