Mein Pfeifchen

(Wenn mein Pfeifchen dampft und glüht)

Volkslied

Musiknoten zum Lied Mein Pfeifchen

Liedtext

Wenn mein Pfeifchen dampft und glüht,
und der Rauch von Blättern sanft um meine Nase zieht,
o, dann tausch' ich nicht mit Göttern!
Schwindet dann der Rauch im Wind,
fang' ich an zu lachen,
denke: "So vergänglich sind alle,
alle andem Sachen!"

Du trittst in der Einsamkeit
an des Freundes Stelle;
fehlt es mir an Zeitvertreib,
nehm' ich dich, mein Pfeifchen, schnelle!
Fühl' ich dann den Magenkrampf
in dem leeren Beutel,
o dann, Pfeifchen, sagt dein Dampf:
"Es ist alles, alles eitel!"

Du bist Salz und Schmalz und Schmaus
froher, deutscher Brüder.
Pfeifchen, brennst du mir dann aus,
so stopf ich dich freudig wieder.
Fühl' ich, Kräutchen, deine Kraft
tief in meiner Seele,
o dann macht der Gerstensaft
süßer, süßer meine Kehle!

Reiche, diese können zwar
Knastertabak schmauchen;
soll ich darum ganz und gar
keinen Tabak rauchen?
Ich als Mensch? Ei, das war' fein!
Nein, ich bin gescheiter,
lasse Knaster Knaster sein
und rauch' ungarische Kräuter!

Wenn mein Mädchen spröde tut,
hab' ich nichts dawider,
nehme meinen Stock und Hut,
geh' zu euch, ihr trauten Brüder!
Dann heißt's: Bruder, rauch' und schmauch',
lach' des Mädchens Spröde!
denn es ist ja Allgebrauch:
Mädchen tun doch sehr oft blöde!