Die verlorene Tochter

(Valet, valet zum Tor hinaus!)

Volkslied

Musiknoten zum Lied Die verlorene Tochter

Liedtext

Valet, valet zum Tor hinaus!
Behüt dich Gott, du schnödes Haus!
Behüt dich Gott, du falsche Welt!
Ich bleib so lange mir's gefällt,
ich bleib so lange mir's gefällt.

Und da sie vor Tor 'nauskam,
Soldatenkleider zog sie an;
die Kleider stunden ihr so zier,
wie einem jungen Kavalier,
wie einem jungen Kavalier.

Es daur't nicht lang, war eine Schlacht.
Zu einem Fähnrich ward sie gemacht.
Die Schalcht die währte 'ne kleine Weil
vom Frühstück bis zur Vesperzeit,
vom Frühstück bis zur Vesperzeit.

Und als die Schlacht vorüber war,
schwang sich der Fähnrich auf sein Pferd;
er ritt wohl auf die Seiten,
nicht weit von seinen Leuten,
nicht weit von seines Vaters Haus.

"Ach Herr, herzliebster Herre mein,
habt ihr denn nicht ein Töchterlein,
ich wollte sie mir mal anschau'n,
ich wollt sie nehmen mir zu Fraun,
ich wollt sie nehmen mir zu Fraun."

"Ach Fähnrich, lieber Fähnrich mein,
ich habe wohl ein Töchterlein,
sie ist sich fortgegangen
und soll noch wiederkommen,
Gott weiß, seh' ich sie noch einmal!"

"Ach Vater, herzliebster Vater mein,
ich bin eu'r einziges Töchterlein.
Habt ihr mich gleich verwiesen,
ich habe euch schon verzeihen,
denn streiten muß ich doch einmal."