Der Herr und sein Schildknecht

(Es ritt ein Herr und auch sein Knecht)

Volkslied

Musiknoten zum Lied Der Herr und sein Schildknecht

Liedtext

Es ritt ein Herr und auch sein Knecht
den schmalen Steg, den breiten Weg.

Und wie sie auf die Heid naus kamn,
da stand ein schöner Sadelbaum.

Darauf saß eine Turteltaub,
die Taub war ihres Gleichen wert.

"Ei Knecht, ich nehm das Roß beim Zaum,
steig du auf diesen Sadelbaum!"

"Ach nein, mein Herr, das tu ich nicht,
die Aeste sind dürr, sie halten nicht."

"Ei Knecht, nimm du mein Roß beim Zaum!
ich steig hinauf den Sadelbaum."

Und wie er auf die Mitte kam,
der Baum der fing zu brechen an.

Er fiel herunter auf einen Stein,
schlug ihm das Herz im Leib entzwei.

"O weh, o weh, mein Herr ist tot!
so bleib ich Armer unbelohnt!"

"Ei Knecht, nimm du mein graues Roß,
und reit zu meiner Frauen ins Schloß!"

"Ach nein, mein Herr, das tu ich nicht,
die Frau ist edel, sie begehrt mein nicht."

"Ei Knecht, nimm du mein silbern Schwert!
es ist schon deines Lohnes wert."

"Ach nein, mein Herr, das nehm ich nicht,
das Schwert ist silbern, es gehört mir nicht."

"Ei Knecht, nimm du mein goldne Peitsch,
und peitsch die Hündlein um die Bein!"

"Ach nein, mein Herr, das tu ich nicht,
die Hündlein sind bös, sie leidens nicht."

"Ei Knecht, zieh an das Hemdlein weiß
und zeuch mit mir ins Paradeis!"

"Ach ja, mein Herr, das tu ich schon,
das will ich habn zu meinem Lohn."

Der Knecht zog an das Hemdlein weiß,
zog mit dem Herrn ins Paradeis.