Der eifersüchtige Knabe

(Es stehen drei Sterne am Himmel)

Volkslied (1776)

Musiknoten zum Lied Der eifersüchtige Knabe

Liedtext

Es stehen drei Sterne am Himmel,
die geben der Lieb einen Schein.
"Gott grüß euch, schönes Jungfräulein!
Ja, ja Jungfräulein!
wo bind ich mein Rösselein hin?"

"Nimm du es dein Rößlein beim Zügel, beim Zaum,
binds an den Feigenbaum!
setz dich eine kleine Weil nieder,
ja, ja Weil nieder,
und mach mir ein kleine Kurzweil!"

"Ich kann es und mag es nicht sitzen,
mag auch nicht lustig sein;
mein Herz ist mir es betrübet,
ja, ja betrübet,
Feinslieb, von wegen dein."

Was zog er aus der Taschen?
ein Messer, war scharf und spitz;
er stachs seiner Lieben durchs Herze,
ja, ja durchs Herze,
das rote Blut gegen ihn spritzt.

Und da er es wieder heraußer zog,
von Blute war es so rot:
"Ach reicher Gott vom Himmel,
ja, ja vom Himmel,
wie bitter wird mir der Tod!"

Was zog er ihr abe vom Finger?
Ein rotes Goldringelein;er warf es in fließend Wasser,
ja, ja ins Wasser,
es gab einen hellen Schein.

"Schwimm hin, schwimm her, Goldringelein,
bis an den tiefen See!
Mein Feinslieb ist mir gestorben,
ja, ja gestorben;
jetzt hab ich kein Feinslieb mehr."

So gehts, wenn ein Mädel zwei Knaben lieb hat!
Tut wunderselten gut;
das haben wir beid' erfahren,
Ja, ja erfahren,
was falsche Liebe tut.