Das steinerne Brot

Volkslied

Das Volkslied aus Westfalen schildert die Sage von dem in Stein verwandelten Brot, das auch vielfach als Gedicht in Schulbüchern abgdruckt wird.

Musiknoten zum Lied Das steinerne Brot

Liedtext

Es war ein arme Mutter,
die litt sehr große Not,
denn ihre kleinen Kinder
war'n nah dem Hungertod.

Sie hatte eine Schwester.
Die war an Gütern reich,
zu dieser ging sie weinend
und bat um etwas Brot.

Doch diese sagte: "Schwester!
Ich hab kein Brot im Haus,
das Brot zu Stein mag werden,
so ich im Hause hab!"

Und trauernd ging die Arme
von ihrer Schwester fort;
Sie seufzt: "Ach Gott erbarme
Der armen Kinder dich!"

Darauf trat in den Keller
der reichen Schwester Mann,
wollt schneiden von dem Brote.
O Weh! Da war es Stein.

"Ach!" sprach er zu dem Weiba,
"Groß Sund hast du getan.
Dass du die arme Schwester
ohne Brot hast lassen gahn!"

Doch sie erwidert: "»Lieber!
Ich hab sie nicht gesehn,
Ich schwörs bei meiner Treue,
Ich hab sie nicht lassen gehn!"

Schnell ging sie nun von dannen
sie fühlt ihr schwere Schuld:
Sie ging zur armen Schwester
die sie laut jammernd fand.

"Ach Schwester", sprach sie, "Schwester,
vergib mir meine Sünd!
Dein' Kinder will ich nähren
als wie mein eigen Kind."

Die Arme sprach: "O, Schwester,
behalte nur dein Gut,
Gott hat sie schon gespeiset,
sie schlafen Tag und Nacht."

Sie öffnete die Kammer,
sechs Kinder lagen tot. -
Darauf die reiche Schwester
zurück nach Hause ging.

Sie kam zu ihrem Hofe,
das Haus in Flammen stand:
sie lief zu ihren Schätzen
und fand im Feuer ihr Grab.