Das Lied von der Flasche

Rudolf von Gottschall

Musiknoten zum Lied Das Lied von der Flasche

Liedtext

Wenn ich sie von ferne sehe,
leuchtend in dem ros'gen Schein,
zieht ein übergroßes Wehe
mir in Herz und Busen ein.
Heißes Sehnen und Verlangen
hält mich wunderbar umfangen,
|: bis ich sie geherzt, geküßt,
bis sie ganz mein eigen ist. :|

Ja, sie ist nicht kalt und spröde,
wie so viele Schönen sind.
Ist der Freier nur nicht blöde,
er sehr leicht ihr Herz gewinnt.
Glutenreich ist ihre Minne;
süß verwirrt sie alle Sinne,
|: wenn ich sie geherzt, geküsst,
wenn sie ganz mein eigen ist. :|

Und so kosen wir zusammen
tief bis in die Mitternacht;
bis sie meines Herzens Flammen
lichterloh hat angefacht,
bis ich stammelnd, bis ich trunken
ihr zu Füßen hingesunken,
|: bis mein müdes Haupt vergisst,
dass sie ganz mein eigen ist. :|