Jahreszeiten

Weihnachtslieder

Weihnachten in Ungarn

Von Christa Schyboll

Seit dem Mittelalter wird Weihnachten in Ungarn in traditioneller Weise gefeiert. Seit dieser Zeit war das Königreich vor allem christlich ausgerichtet, so dass der Weihnachtsbrauch Fuß fassen konnte. Die Feierlichkeiten hier gleichen jenen in vielen anderen christlich orientierten Ländern. Dennoch weist auch Ungarn ein paar lokale Besonderheiten auf. Dazu gehören zum Beispiel besonders strenge Regeln für die Dekoration des Weihnachtsessens und der festlichen Tafel. Diese sollte nicht nur ein weihnachtliches Flair haben, sondern sollte perfekt ausgerichtet sein. Im Mittelalter glaubte man zudem daran, dass das Weihnachtsessen besondere Kräfte verlieh und sich somit vom gewöhnlichen Essen unterschied. Ebenfalls stand ein üppiges Weihnachtsmal für den Segen der Ernte des kommenden Jahres an.

Im 19. Jahrhundert kam es zu manch einer Änderung. Der Weihnachtsbaum hielt auch in Ungarn Einzug. Eine Tradition die sich heute erhalten blieb. Den Kommunisten gelang es nicht, die schöne Weihnachtstradition der Bevölkerung zu nehmen. Seit der Wende 1990 zog jedoch auch in Ungarn mehr und mehr der Konsum mit seinen vielfältigen Licht- und Schattenseiten ein.

Der Heilige Abend wird mit der Familie begangen. Am frühen Abend findet die Bescherung statt und endet mit dem abendlichen Weihnachtsgottesdienst. Am ersten Weihnachtstag gibt es das große Familienfestessen. Hier dominieren Fisch, Salami, eine gute Festtagssuppe und Mohnkuchen neben vielen anderen Köstlichkeiten.

Als Hirten verkleidet ziehen die jungen Männer in den ländlichen Gebieten mit einer Krippe unter dem Arm am 1. Weihnachtstag von Haus zu Haus. Sie führen kleine Theaterinszenierungen auf und sammeln dafür Süßigkeiten ein.

In anderen ungarischen Gemeinden führen Kinder häufig ein Weihnachtsspiel der Geburt aus Bethlehem auf und erhalten dafür eine kleine Spende.

In größeren Städten wird heutzutage auch gern eine ungarische Therme zur Erholung aufgesucht. Dabei werden auch mit Vergnügen exotische Restaurants aufgesucht, sofern man sich diese leisten kann.

Ein ungarisches Merkmal an den Weihnachtsbäumen sind neben der üblichen Dekoraktion die Szaloncukur. Ursprünglich waren es selbst hergestellte Bonbons. Heute werden Sie maschinell gefertigt, gekauft und mit an den Baum gehängt. Es handelt sich dabei um köstliche Pralinen in Folienpapier.

Das Chorsingen wird zur Weihnachtszeit in Ungarn auch vielfach geschätzt und hat neben dem Weihnachtsingen eine große Bedeutung.

Die Weihnachtsgeschenke werden in Ungarn nicht vom Weihnachtsmann gebracht, sondern vom Christkind. Nicht zu vergessen sind in Ungarn auch die vielfältigen Weihnachtsmärkte, die die Menschen gerne nutzen.