Jahreszeiten

Weihnachtslieder

Weihnachten in Italien

Von Christa Schyboll

Bei unseren südlichen Nachbarn steht zu Weihnachten in vielen Familien nicht der Weihnachtsbaum im Mittelpunkt, sondern die prächtig geschmückte Krippe. Die Familien und Gemeinden wetteifern dabei um die schönste Krippen-Szenen – die Presepio. Allerdings gibt es mittlerweile zwei Lager, die entweder Tannenbaum oder Krippe favorisieren.

Bei den familienfreundlichen Italienern versteht es sich von selbst, dass Weihnachten als das große Familienfest des Jahres feierlich begangen wird. Auch hier steht zentral das mehrgängige Weihnachtsessen mit im Hauptfokus der Feierlichkeiten. Lamm und Truthahn dürfen dabei nicht zu kurz kommen, neben vielen anderen Spezialitäten.

Traditionell gibt es vor Weihnachten in den meisten Städten auch wundervolle Weihnachtsmärkte. Musik ist fast an jeder Ecke zu erlauschen und überall hört man schöne Weihnachtslider. Verona beispielsweise schmückt seine antike Arena mit einer wundervollen Krippensammlung oder die Römer können sich an der Piazza Navona und ihrem besonderen Lichterglanz erfreuen.

Vielerorts ist es üblich, am Heiligen Abend eine Art Familien-Lotterie zu veranstalten. Dazu zieht jeder aus einem Säckchen die Nummer seines Geschenkes, das er später erhält und eine echte Überraschung sein dürfte.

Die Sizilianer frönen in den Weihnachtswochen besonders gern dem Kartenspiel. In der Adventszeit lädt die Familie einmal pro Woche zum Weihnachtspokern ein. Eine gute Grundlage für die Gewinner, die Geschenke zu finanzieren.

Wie in so manchen anderen Ländern gibt es mehrfache Feiern. Neben dem 6. Dezember, dem Nikolaustag, wird in Italien, wie auch in Skandinavien, ebenfalls das Lucia-Fest am 13. Dezember gefeiert. An diesem Tage werden die Armen des Landes beschenkt.

Der Höhepunkt ist jedoch das Fest von il Bambinello Gesu – die Christi Geburt am 1. Weihnachtsfeiertag. Die Bescherung findet an diesem Tag am frühen Morgen statt. Die Kinder finden ihre Geschenke unter dem Weihnachtsbaum, bei der Krippe oder vor ihrer Schlafzimmertür.

Am 6. Januar ist Dreikönigstag. Dann gibt es nochmals kleine Geschenke. Die bekommen die Kinder von der alten, hässlichen dennoch aber auch guten Hexe Befana. Sie saust mit ihrem Besen durch die dunkle Nacht durch die Schornsteine der Häuser. Allerdings werden von ihr nur die braven Kinder beschenkt. Die bösen Kinder bekommen stattdessen ein Stück Kohle, das dann oftmals in ihren Schuhen oder Strümpfen steckt.