Jahreszeiten

Weihnachtslieder

Weihnachten in Griechenland

Von Christa Schyboll

Laut geht’s her in Griechenland, wenn der Heilige Abend naht. Mit Trommeln und Glocken ziehen die Kinder durch die Straßen. Dabei singen sie die Kalanda – das sind Lobgesänge die Glück bringen sollen. Für diesen Brauch bekommen die Kinder kleine Geschenke. Früher waren es Nüsse und getrocknete Feigen, heutzutage ist es oft eine kleine Geldspende.

Zum Weihnachtsessen gehören der gefüllte Truthahn und eine Nachspeise mit Kuchen aus Gries, Mandeln und viel süßem Gebäck. Diese Kombination wird in Griechenland Melomakarona genannt.

Zum Schutz vor den Kobolden, an die man zu früheren Zeiten fest glaubte, wird dann 12 Nächte lang ein Weihnachtsfeuer entzündet. Die frechen Wichte werden Kalikanzari genannt. In der Heiligen Nacht kommt das größte und beste Stück Holz in den Kamin, um das Jesuskind zu wärmen.

Die Geschenke für die Kinder kommen vom heiligen Vassilius. Er legt sie ihnen in der Silvester-Nacht zum ersten Januar vor das Bett.

An diesem Tag gibt es den Kuchen, dem eine Goldmünze eingebacken ist, zum Verzehr. Wer die Münze findet, wird vom Glück im kommenden Jahr besonders großzügig behandelt. Der Höhepunkt des Weihnachtsfestes ist Epiphania, dem Tag der Heiligen drei Könige am 6. Januar.

Die griechischen Weihnachtsbäume werden ebenso prächtig geschmückt wie überall. Neben der weihnachtlichen Bedeutung besitzt er für die Hellenen noch eine weitere: Er steht für den "Baum, der die Erde stützt" und den die Kalikanzari, die Kobolde, das ganze Jahr über zu fällen versuchen. Doch bevor die bösen Geister ihre Versuche erfolgreich beenden können, wird das Jesuskind geboren. Hinter der Legende der Kalikanzari steht der alte griechische Glaube an die Unterwelt. Nach der Überlieferung glaubten die Griechen, dass die Kalikanzari die Unterwelt für zwölf Tage verlassen, um den Menschen Unheil zu bringen. Zur Abwehr wurden deshalb die Weihnachtsfeuer entzündet.

Diese 12 Tage vom Heiligen Abend bis zum Dreikönigsfest an Epiphania entsprechen zeitlich auch die zwölf heiligen Nächte, die wir in Mitteleuropa kennen, ihnen jedoch eine andere Bedeutung beimessen. Man nennt sie "Rauh-Nächte", weil das Wetter um diese Zeit oft besonders rauh und widrig ist. Es sind für bis heute noch für eine Reihe von Menschen die Nächte, in denen besonders gern das kommende Jahr orakelt wird.